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Waltari - Yeah! Yeah! Die! Die! PDF Drucken E-Mail
24. August 2006
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Yeah! Yeah! Die! Die! - Death Metal Symphony in Deep C

Heute mal was ganz anderes... Unter Prog wird diese Platte normalerweise kaum eingeordnet. Aber immerhin handelt es sich um eine Art Konzeptwerk und ein grosses Symphonie-Orchester wird missbraucht: vielleicht könnte sich doch der ein oder andere Babyblauen Leser dafür interessieren.

Um was geht es? Nun, die finnische 'Krawall-Combo' (Rolling Stone) "Waltari" tat sich 1995 mit einem Symphonieorchester zusammen, um bei einem Musikfestival vorliegende "Death Metal Symphony" aufzuführen und später auch aufzunehmen. Allerdings handelt es sich in keiner Weise um eine Symphonie im eigentlichen Sinne. Der Begriff "Rock Oper" wäre zutreffender: dialogisch wird eine Geschichte dreier Figuren erzählt, die auf einer Art "Planet der Verdammten" hausen, John Doe, der Engel und das Computer Hirn. Wer schon die krude Geschichte von "Ayreons" "Into The Electric Castle" mochte, wird hieran seine Freude haben...

Ich weiss nicht, ob das Experiment, eine Death Metal Band mit einem Orchester zu kombinieren, hier musikalisch gelungen ist, aber eines steht fest: dieses Album ist einfach absolut unterhaltsam und zum Weglachen komisch. Ich hoffe mal, dass die Band das auch so beabsichtigt hat, und wenn nicht, dann macht es die Sache eigentlich nur noch komischer.

Es bleibt mir einfach nichts anderes übrig, als breit zu Grinsen, wenn nach dem langen, Spannung aufbauenden, düsteren Orchester-Intro plötzlich völlig unmotiviert eine viel zu tief gestimmte Krach-Gitarre einen scheinbar halbherzigen Grummelton poltert. Doch dann geht die Post ab: thrashige Speed-Metal Gitarren treffen auf Orchesterschläge und jauchzende Streicher, Double-Bass-Gewitter der heftigsten Art werden kombiniert mit der weiblichen Opern-Stimme des 'Angel' (Krach, krach, krach - Träller "Ave Maria" - Krach, krach, krach - Träller "Ave Maria" - Krach, krach, krach - Grunz "Die! Die!"), bombastische Passagen lösen sich ab mit übelstem Death-Gegrunze des "Computer Brain", mittendrin quäkt der John Doe Sänger, Bassist und Komponist des Werkes, Kärtsy Hatakka (finnische Namen sind einfach cool!), dazu ein paar Takte Kirmes-Musik hier, eine Fanfare da, ein Walzer als Zwischenspiel: die Post geht ab OHNE ENDE. Spätestens wenn dann in der zweiten Hälfte des Stückes das Orchester durch einen Rap ("Yo, man!") und einen Techno-Teil gequält wird, bin ich der Platte verfallen... Trotz kleinerer Längen zwischendrin: "Yeah! Yeah! Die! Die!" macht einfach Spass, Punkt!

Ein Nerv-Faktor bleibt allerdings: leider sind alle acht Teile von "Yeah! Yeah! Die! Die!" und der krachige Bonussong in einem Riesentrack (ohne Index-Unterteilung) zusammengefasst, so dass es wirklich mühsam ist, private Highlights zwischendrin anzusteuern. Als leichte Entschädigung hat die CD aber einen Multimedia-Teil, in dem Photos und Videos von der Aufführung, Bandinfos, Songs von anderen "Waltari"-Platten und weitere Spielereien abrufbar sind.

Mit freundlicher Genehmigung von Udo Gerhards und den babyblauen Seiten
Letzte Aktualisierung ( 27. Dezember 2006 )
 
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