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Steht man über den Dingen verliert man leicht den Durchblick, man betrachtet alles aus einer zuvor noch gar so fremden, unbekannten und auf ihre eigene Art und Weise mystische Perspektive - und man genießt es.
Sinkt man wieder herab, ist alles wieder vollkommen anders, grau, kalt, ebenso verwirrend und vernebelt und - mit vermodertem Geruch.
So lieg ich hier mit schönem sanftem Blues in meinen Ohrmuscheln. Die Sonneblume an der Wand starrt mich an, was wird Sie wohl denken?
Ich bewege den Kopf auf meinen Schultern, ich bemerke die ruhe in anderen Räumen, ganz leise spielt im Hintergrund die Musik, doch sonst ist es still.
Totale Stille, kein Atemzug, kein Windhauch, kein Wassertropfen, NICHTS, GANZ UND GAR NICHTS ist zu hören. Ich lausche etwas genauer, doch nicht einmal ein kleiner Wall, getrieben von Vibrationen und Schwingungen bringen meine Gehörknöchelchen zum tanzen.
Doch da, ganz plötzlich fällt ein Baum um. Noch soeben weit empor geragt in einem Wald am Rande der scheinbar noch heilen Welt. So liegt er nun da, geschlagen und geopfert durch des Mannes Gewalt, die Axt in der Hand. Zu dienen dessen Bequemlichkeiten, Gier und dem Streben nach mehr!
Im Minutentakt blicke ich nun auf die Uhr, um festzustellen, dass es bei jedem Blick zur Uhr eine Minute später ist! Was soll’s, Zeit vergeht nun mal, das ist so, vielleicht, bzw. um uns nichts vorzumachen, mit ziemlicher Sicherheit endet irgendwann das Leben, aber die Zeit bleibt eine fortlaufende Dimension, niemand kann sie aufhalten, auch nicht betrügen, sie rennt stets dahin, läuft nicht zum Ende und nicht zum Ziel, läuft nur davon. Eine Bewegung, die wir nicht wahrzunehmen vermögen aber uns durch Zeiger und Ziffern darstellen.
Zeit für Zeit wiederfahren uns dann seltsame Dinge, wir denken an die unterschiedlichsten Sachen und wir lernen Menschen kennen!!
Doch da, eine Stimme und ein doch gut gemeinter aber auch ernst ausgesprochener Rat kommt von den Wänden.
CAPIO PACTUM! ORACULUM ACCIPIO ET IRACUNDIAM MEAM FUGIO! SANGUIS FRONTIS REPENTE FLUES SED RIDEO NAM IMMORTALIS SUM!
Erleichtert sitze ich nun hier, vergessen ist der Zorn, der Ärger über nicht zu ändernde Ereignisse des Lebens.
Ist es Schicksal oder war es geplant und vorbestimmt, dass ich es bin, der heute hier und jetzt, gefangen von seinen Gedanken und wie vom NICHTS verschlungen um ein Spiel der Ironie kämpft. Ist nicht jeder Mensch ein Gefangener seiner selbst?
Ist Freiheit nicht ein geliehnes Gut, dass nie entschwindet, doch nur wenige von uns auskosten können?
JA? Ehrlich gesagt blickt genau dann jeder Mensch durch eine Brille, die den Eindruck von Perfektion vermittelt, aber: ES IST NICHT SO!
2000/6/1 by Schitzu
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